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Pilgern aus verschiedenen Perspektiven Teil II

Fußwallfahrt - aus der Sichtweise einer Jugendlichen: Das Wort Wallfahrt klingt für Jugendliche nicht sonderlich attraktiv. Sie verbinden es mit stundenlangem Laufen, Beten, großer Anstrengung und hauptsächlich älteren Leuten, die mitkommen. Diese Vorstellung ist aber überholt. Das habe ich auf der Trierwallfahrt 2014 selber feststellen können. Trotz den großen Anstrengungen des Laufens und des frühen Aufstehens, konnte ich in dieser Zeit abschalten und dem Stress des Alltags entfliehen. Ich denke, dass eine solche Wallfahrt gerade für Jugendlich sehr geeignet ist. So können sie für ein paar Tage dem Druck, der durch die hohen Anforderungen der Schule und des Umfeldes aufgebaut wird, entfliehen. Sie haben Zeit zu sich zu finden und über Dinge nachzudenken, für die man im Alltag keine Zeit findet.

In einem Vortreffen wurde uns Jugendlichen gesagt, dass wir nie alleine gelassen werden. Dem konnte ich zunächst keinen Glauben schenken. Schließlich waren wir Jugendlichen in der Unterzahl. Ich habe mir gedacht, den etwas älteren Mitpilgern sei es egal, wenn wir mal alleine laufen oder keine Kraft mehr haben. Dass sie sich ausschließlich mit sich selber beschäftigen oder schon so eingeschworen sind, dass sie immer mit denselben Leuten zusammen laufen. Bei dieser Annahme habe ich mich aber deutlich geirrt. Uns wurde eine solche Herzlichkeit entgegengebracht, die wir nur von unseren Großeltern kennen. Wenn ich gerade alleine ging, war immer irgendjemand da, der mich in ein Gespräch verwickelte und mir den Eindruck vermittelte, dass sich darüber gefreut wird, dass ich mitlaufe. So habe ich mit den unterschiedlichsten Leuten zum Beispiel über so banale Dinge, wie Mathematik in der Schule oder die Traumurlaubsziele in der Zukunft, geredet. Und ich war wirklich nie alleine. Das ging nicht nur mir, sondern auch allen anderen Jugendlichen so.

Auch die Abende waren immer lustig. In einem Gasthof haben wir alle zusammen gegessen. Wir haben gemeinsam mit einem Gebet begonnen und auch mit einem Gebet geendet. Währenddessen wurde viel gelacht und der ein oder andere Jugendliche oder Erwachsene hat zur Belustigung der Gemeinschaft beigetragen. Das Erstaunlichste an den Abenden jedoch war, dass die meisten jungen Leute schon lange vor den Erwachsenen in ihren Betten verschwunden waren.

07Was das Beten angeht: Wir haben mehrfach am Tag den Rosenkranz gebetet und einen Gottesdienst am Tag abgehalten. Viele denken jetzt wahrscheinlich, wie langweilig und öde das doch sein muss. Aber im Gegenteil. Die Konzentration, die man für das Beten des Rosenkranzes aufbringen musste, hat von den schmerzenden Füßen und Beinen abgelenkt und die lange Strecke, die gebetet wurde, erschien einem plötzlich sehr sehr kurz. So war es bei allen Teilnehmern immer willkommen, zu beten. Auch die Stille, die vor jedem Gebet herrschte, war eine willkommene Abwechslung zum lauten, hektischen Alltag.

Mir ist mehrfach aufgefallen, wie schwierig es doch ist, zehn bis zwanzig Minuten einfach für sich selber zu laufen und den Mund zu halten. Die Gottesdienste waren auch etwas ganz besonderes. Vor allem der Jugendgottesdienst am dritten Tag hat allen Beteiligten sehr gut gefallen. Alle Jugendliche hatten eine Aufgabe, zum Beispiel das Messedienen oder Fürbitten vorlesen. Eine Jungpilgerin hat sogar, obwohl es sehr kurzfristig war, gesungen.

Der Höhepunkt der gesamten Wallfahrt war, sowohl für die Jungpilger, als auf für die Leute, die schon ewig mitlaufen, der Einzug in Trier. Dieser Moment ist einfach unbeschreiblich. Man hat sein Ziel erreicht und kann stolz auf sich sein. Egal wie viel man gelaufen ist.

Für mich war diese Wallfahrt eines der tollsten Erlebnisse in meinem Leben. Die Herzlichkeit der Mitpilger und das Gefühl zu sich selber Gefunden zu haben, ist einzigartig. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder mitpilgern und hoffe, dass ich auch Freunde dazu animiert bekomme, dass sie mitkommen. Ich möchte noch einmal sagen, dass ich sehr großen Respekt vor den älteren Pilgern empfinde, dass sie trotz ihres Alters und Krankheiten die Kraft finden, mitzulaufen. Ich möchte mich auch noch einmal für die Herzlichkeit und Unterstützung bedanken.


Text: Lara Bückmann; Foto: Fotos: Therese Lippok

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