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Orgelspaziergang durch den Krefelder Süden

Strahlender Sonnenschein begleitete 20 interessierte Orgelfans am 26. Mai 2018 beim Orgelspaziergang durch den Krefelder Süden. Ebenfalls dabei waren die Organisten Klaus-Peter Jamin, Gerald Joswowitz und Prof. Dr. Karlheinz Schüffler.

Los ging es um 9.30 in der Kirche St. Bonifatius in Stahldorf. Klaus-Peter Jamin erläuterte die Besonderheiten der Stahldorfer Kirche und des Instrumentes der Firma Wilbrand aus dem Jahr 1978. Die Orgel steht ebenerdig auf der linken Seite des Altarraumes. Das Gehäuse und der Spieltisch wurden geöffnet, so dass die Teilnehmer die komplizierte mechanische Traktur von der Taste bis zur Windlade verfolgen konnten. Da der Spieltisch vor dem Instrument steht und der Organist mit dem Rücken zum Instrument sitzt, muss die Traktur mehrfach umgelenkt werden. Mit zwei Klangbeispielen von Nicolaus Bruhns und John Stanley endete die Station in Stahldorf.

Mit dem Fahrrad oder per Pedes ging es dann nach St. Martin. Dort befindet sich ein Instrument der Firma Albiez aus dem Jahr 1977. Die Besonderheit in der Kirche St. Martin besteht darin, dass die Kirche Mitte der 70er Jahre um 180° gedreht wurde. Die alte Orgelempore im Westen wurde abgerissen und der Altarraum an der Westwand eingebaut. Die Orgel fand ihren Platz an der gegenüberliegenden Ostseite, im ehemaligen Chorraum. Der Orgelbauer Albiez entwickelte das Konzept einer Modellorgel, das es durch verschiedenartige Kombination vorkonstruierter Module ermöglichte, Instrumente mit 10 bis 20 Registern zu einem deutlich reduzierten Preis anzubieten. Kennzeichen der Albiez-Instrumente ist die hohe kunsthandwerkliche Qualität in Technik, Optik und Klang, die sie von anderen Orgeln ihrer Zeit abheben. Innovative Prospektgestaltung, „atmende“ Windversorgung, feinfühlige Spieltraktur und nicht zuletzt das hohe Niveau der Intonation machen die Albiez-Orgeln zu einmaligen Instrumenten. Mit zwei Klangbeispielen von Johann Sebastian Bach und John Stanley schloss die Vorführung.

 

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Wilbrand-Orgel aus dem Jahr 1978 in St. Bonifatius.Foto: Dr. Ulrike Rosellen
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Walcker-Orgel“ aus dem Jahr 1904 in der Evgl. Lutherkirche.Foto: Förderverein Walcker-Orgel
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Albiez-Orgel aus dem Jahr 1977 in St. Martin.Foto: W. Dietsch
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Scholz-Orgel aus dem Jahr 2017 in St. Clemens. Foto: Petra Grüttner
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Schumacher-Orgel aus dem Jahr 1993 in Herz Jesu.Foto: Ulf Grüttner

 

Die dritte Station galt der historischen „Walcker-Orgel“ von 1904, die sich in der Evgl. Lutherkirche befindet. Hier übernahm Prof. Dr. Karlheinz Schüffler die Führung. Auf einer eigens im Altarraum installierten Leinwand, konnten die Teilnehmer alle Funktionen des pneumatischen Spieltisches per Videoübertragung nachvollziehen. Der Spieltisch, ist durch den Abschluss des Altarbereichs nicht von der Kirche aus einzusehen. Prof. Schüffler gab eine Einführung in die Entstehung und die Restauration des Instrumentes. Besonders deutlich wurde bei der Vorführung der einzelnen Register (Klangfarben) der Unterschied zwischen einer „romantischen“ Orgel und den vorher gehörten Instrumenten. Ein Klangbeispiel von Max Reger machte dieses besonders deutlich. Zum Abschluss durften alle Teilnehmer in den Unterbau der Orgel schauen, wo sich die große Balganlage und Teile der pneumatsichen Traktur befinden. (Mehr Infos zur Walcker-Orgel gibt es unter www.walcker-orgel-krefeld.de)

Nach einer Mittagspause traf man sich um 14.00 Uhr in der Kirche Herz Jesu Königshof zur vierten Station. Gemeindemitglied Klaus Lindner und Organist Gerald Joswowitz, wussten Interessantes über die Umgestaltung der Kirche (1988) und den Neubau der Orgel (1993) zu berichten. Das klangliche Konzept der Schumacher-Orgel ist einer französischen Barockorgel nachempfunden. Das Instrument steht auf der rechten Seite einer neu gebauten Empore. Das Gehäuse über dem Spieltisch wurde geöffnet und gab so den Blick auf die mechanische Spiel- und Registertraktur frei. Für die meisten Teilnehmer war gerade der Blick ins Innere einer Orgel völlig neu. Über die Komplexität einer Orgel hatte sich wohl bisher noch niemand Gedanken gemacht. Gerald Joswowitz stellte das Instrument mit Improvisationen vor und beschloss die Vorführung mit einer pfingstlichen Fantasie.

Die letzte Station des Orgelspaziergangs war dann der Besuch der neuen Scholz-Orgel von 2017 in der Pfarrkirche St. Clemens. Das Instrument steht zu ebener Erde im linken Querschiff und ist in ein Chorpodest intergriert. Klaus-Peter Jamin erzählte über die Entstehungsgeschichte und das Konzept der „Chororgel“ in St. Clemens. Das Gehäuse ist aus massiver unbehandelter Eiche und ist selbsttragend. D. H. , dass alle Gewichte der Orgel vom Gehäuse getragen werden. Die Besonderheiten in diesem Instrument sind die Sub- und Superkoppeln, die der Orgel eine große Klangfülle ermöglichen. Die einzelnen Register sowie die verschiedenen Einsatz- und Kombinationsmöglichkeiten wurden mit kleinen Improvisationen vorgestellt. Vom großen Klangspektrum konnten sich die Zuhörer bei Orgelwerken von Nicolaus Bruhns, Felix Mendelssohn Bartholdy und Louis Vierne überzeugen.

Alle Teilnehmer waren von der Idee und der Durchführung des Orgelspaziergangs angetan und sprachen sich dafür aus, so etwas auch in Zukunft anzubieten.


Text: Klaus-Peter Jamin l Fotos: Förderverein Walcker-Orgel, W. Dietsch, Dr. Ulrike Rosellen, Ulf Grüttner, Petra Grüttner, 

Maria Frieden
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