Zum Dialog-Event „meet & eat“ im Stadtwaldhaus

Im Prozess des Bistums Aachen, der mit „Heute bei dir“ überschrieben wird, soll die Nähe des Bistums bis zum einzelnen Menschen in der Region verdeutlicht werden. Hierzu gibt es verschiedene Dialog-Events in den Regionen, aus denen sich letztlich die Inhalte zu den sich zunächst in Aachen bildenden Arbeitsgruppen ergeben.

Eines dieser Dialog-Treffen fand am Dienstag, den 17. April 2018, an einem Tag zwischen Frühling und Sommer in Krefeld statt. Als das frische Blattgrün wie symbolisch für Veränderung und Stetigkeit, leuchtend aus den Ästen der vielen Bäume rund um das beeindruckende historische Krefelder Stadtwaldhaus spross, fand als Ort des Dialoges in seinem Innern die Veranstaltung „meet & eat“ statt.

Hierzu hatten sich verschieden motivierte, am Dialog interessierte Personen angemeldet, die mit unserem Bischof Dr. Helmut Dieser und seinen Mitarbeitern, aber auch untereinander das Event nutzen wollten, sich mitzuteilen und Anregung zu erfahren.

Unter dem Motto „meet & eat“ verarbeitete man also nicht nur das gute Essen des Drei-Gänge-Menüs von mediterranen Vorspeisen, leichtem Hauptgericht an Hähnchenbrustfilet und Tiramisu über den Veranstaltungszeitraum zwischen 18 und 22 Uhr, sondern man nutzte die Zusammenkunft vorwiegend für intensive Gespräche über Veränderung, Bewahrung und Erneuerung der katholischen Kirche, insbesondere wie man sie unter Berücksichtigung von Interessen und Fähigkeiten bestehender aktiver Kirchenmitglieder, mehr Menschen aktiv zugängig macht.

Im komplett gefüllten Saal saßen geschätzt wohl an die 150 Personen, die an ihren Tischen mit jeweils etwa 10 Teilnehmern Karten liegen hatten, auf denen sie ihre Gedanken aufschreiben konnten, um sie dem Kommunikationsteam zur Anregung und zur Grundlage folgender Aufarbeitung und späterer Umsetzung zu hinterlassen.

Während der Begrüßung um den Schirmherr Bischof Dieser, stellte man die Bühnenmusiker vor, welche mit Ihren Musikeinlagen Zeithinweise geben würden, zu denen sich Bischof Dieser, sowie sein Team mit von ihm unabhängig agierenden weiteren Mitarbeitern, im abendlichen Verlauf, für Aufenthalte von etwa 15 Minuten von Tisch zu Tisch für Gespräche einfinden würden, um dort die bestehenden Diskussionen aufzunehmen und weiter anzuregen.

Teils selbst mitschreibend und teils mit einem die Aussagen protokollierendem Team, würde auch einem an der Ernsthaftigkeit der Veranstaltung zuvor zweifelnden Anwesenden klargeworden sein, dass hier ein Arbeitsessen in angenehmer Atmosphäre stattfand, von dem man sich viel und wichtigen Informationseingang verspricht. Umso mehr waren wohl auch die Teilnehmer bereit sich einzubringen und schienen in einer Funktion als Kommunikatoren aufzutreten nichts Ungewöhnliches zu empfinden.

Somit waren die Teilnehmer schon untereinander und in Abwesenheitszeiträumen eines Aachener Teams oftmals sehr ambitioniert im Gespräch, was sich bei Anwesenheit der Aachener Vertretung wie natürlich auf diese ausrichtete und von Person zu Person zusammengefasst vertreten wurde. Auch war ein Interview-Kamera-Team unterwegs und schnappte sich Personen in bewusst ausgewählten unterschiedlichen Alter oder nach weiteren Kriterien, nicht zuletzt um auch ein die Veranstaltung wirksam dokumentierendes Video für den Internet-Auftritt des Bistums Aachen herzustellen, das dort bereits zu sehen ist.

Verschiedene Kommunikationswege mit vielen unterschiedlichen Personen sind dabei sicherlich der Schlüssel, will man Kirche über spontane Teilnahme bis Mitarbeit als auch über Ämter und geweihte Mitarbeiter in die Zukunft führen, denn um Begeisterung gestützt von Sinnhaftigkeit von Person zu Person weiterzureichen um sich gegenseitig daran zu stärken, wird umso besser funktionieren, je passender die Ansprache und Kommunikation untereinander, den Partner zu erreichen und zu inspirieren vermag. Hierzu benötigt man auch die durch ein Kamera-Team und von jedem Anwesenden aufgenommenen O-Töne, um sich noch besser zu verstehen. Einiges Verständnis dessen, was man gesagt zu haben meint, muss auch durch Nachfragen erarbeitet werden, und genau dafür hat man in diesem Rahmen eine gute Gelegenheit mindestens im Rahmen der jeweiligen Tische geschaffen.

Somit kann ein persönlicher Bericht naturgemäß nur vermitteln, was an seinem eigenen Tisch besprochen wurde, was nun folgt.

Neben viel Lob für die Veranstaltungsidee und dem Weg, den das Bistum Aachen mit seinen vielen engagierten Menschen gerade zu gehen bereit ist, ergab sich natürlich auch Anregung aus der jeweils persönlichen Sicht, wie weit Kirche natürlich gelebter Bestandteil des Lebens der christlichen Menschen sein soll, es aber oftmals nicht mehr ist und was man jeweils meint, woran das liegen mag, sowie welche Maßnahmen ergriffen werden könnten, um Kirche wieder näher an die gerade weniger an ihr interessierten Menschen zu bringen.
Dabei vernahm man etwa, dass die Nähe zur Kirche des Individuums sich dadurch ergibt, wie nahe Familien an ihr teilhaben, woraus sich Ansatzpunkte anbieten auf Familien in bestimmten Lebenslagen besonders einzugehen. Ein damit verwandter Punkt war die Ansicht, dass der Katechismus verstärkt gelehrt werden müsse und in den vergangenen Jahren vernachlässigt vermittelt worden sei, um Sinnzusammenhänge kirchlichen Handelns in der Breite der Bevölkerung besser nachvollziehen und damit auch leben zu können.

Generell sollte Kirche mehr auf an ihr bislang nicht teilnehmende Personen eingehen und damit eine milde Missionierung schaffen. Auf diese Anregung teilte Bischof Dieser mit, man erarbeite und erprobe gerade ein Konzept, mit dem Menschen, die sich im Umfeld zur Kirche ansprechen lassen, einlädt an einer Veranstaltung im Innern der Kirche teilzunehmen, woraus sich viele Nuancen zwischen Zuspruch und Ablehnung erfahren lassen, man aber letztlich insgesamt positive Erfahrungen gemacht hat und davon unabhängig Menschen Kirche als Ort vielleicht auch für deren Zukunft nähergebracht hat. Das würde am besten im innerstädtischen Gebieten funktionieren und sei daher etwa für die St. Dionysius Kirche im Krefelder Zentrum geeignet.

Eher bewahrende Ansicht wurde deshalb vertreten, weil man in Abwägung zur Erneuerung auch die Werte hinter dem was ersetzt oder verändert würde berücksichtigen müsse, um Kirche auf einem richtigen Weg zu wissen und sich damit weiterhin selbst wohl zu fühlen.
Auch gab es die Stimme, die sich Nähe zu Menschen dadurch erzeugend gut vorstellen könnte, indem Belange, die die Menschen beschäftigen, vermehrt auch in der Predigt behandelt würden, etwa zum sozialen Miteinander als auch zum öffentlichen Diskurs.
Wer an der Arbeit zur Weiterführung der an allen Tischen zusammengetragenen Gedanken teilhaben möchte, ist vom Bistum herzlich dazu in den Arbeitsgruppen aufgerufen.


Autor: Andreas Kloss am 26.04.2018 l Foto: Andreas Kloss

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