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Pilgern aus verschiedenen Perspektiven Teil I

Zur Fußwallfahrt! Unsere diesjährige 30. Fußwallfahrt liegt noch keine zwei Wochen zurück. Vier Tage waren wir mit 48 Erwachsenen, 14 Jugendlichen (Messdiener und Firmlinge) und unserem Präses Pfr. Marc Kubella unterwegs. Am Sonntagabend sind wir wohlbehalten zurückgekehrt und unter Glockengeläut empfangen worden. Es war wieder eine gute, erfüllte Zeit. Unsere Fußwallfahrt geht über 4 Tage im jährlichen Wechsel mit der Bruderschaft St. Tönis entweder um den 1. Mai oder ab Christi-Himmelfahrt.

Frühmorgens des 1. Tages treffen wir uns zum Reisesegen auf dem Clemensplatz und fahren dann mit einem Reisebus nach Daun. Vom Weinfelder-Maar (Totenmaar) gehen wir in 3 Tagesetappen (ca. 20 km - 25 km - 30 km) bis Trier und zwar bei jedem Wetter! Während der Tagesetappen halten wir 4 - 5 Mal eine kurze Meditation, gehen ein Stück schweigend und beten dann einige Gesätze des Rosenkranzes. Danach bleibt viel Zeit im Gespräch miteinander oder in Gedanken mit uns selber weiterzugehen. Den 1. Tag beschließen wir am Ende unserer Tagesetappe mit einem Gottesdienst am frühen Abend an unserem Wegkreuz in Dodenburg. Dort beziehen wir auch Quartier für die Pilgertage. Am 2. Tag feiern wir in Gladbach nachmittags eine Eucharistiefeier. Der 3. Tag beginnt frühmorgens um 8.00 Uhr in Heidweiler mit einer Messe (Kr. Wittlich).Die Fußwallfahrt endet am Samstagabend mit dem Einzug in St. Matthias, wo wir vom Pilgerpater der Abtei, Pater Athanaisus, begrüßt werden.

Am Sonntagvormittag fahren wir noch einmal mit dem Bus nach St. Matthias und feiern dort um 10:00 Uhr mit dem Konvent von St. Matthias und ggf. den anderen Pilgern das Pilgerhochamt mit (auf dem Freihof / in der Basilika). Am frühen Nachmittag bringt uns der Bus zurück nach Fischeln, wo wir die Wallfahrt mit einem Dankgebet und dem Schlusssegen in unserer Kirche beenden.

Wir haben zu danken, zuerst Pfr. Mertens, dass er Herrn Kubella als unseren Präses - trotz aller Schwierigkeiten gerade in dieser Zeit– immer wieder für die Wallfahrt freistellt. Ohne unseren derzeitigen Präses wäre unsere Wallfahrt sehr, sehr arm.  Pfarrer Kubella gelingt es in besonderer Weise, mit viel Mühe und Kreativität, die jugendlichen Pilger an die Wallfahrt heran zu führen und sie auch dabei zu halten, soweit dies von äußeren Umständen wie beginnendem Studium oder Ausbildung nicht verhindert wird.

Die Eucharistiefeiern zum Beginn oder Abschluss eines Tages, in die die Gedanken und Erlebnisse des Tages bzw. das, was uns erwartet, in eine sehr lebensnahe und Kraft spendende Predigt einfließen, geben den Tagen eine besondere Tiefe, ein besonderes Gesicht und Gewicht. Pfarrer Kubella ist es wichtig, für uns die Messen festlich zu gestaltet (feierlicher Einzug mit 10 Messdienern, ein junger Pilger spielte in der Hl. Messe am 2. Tag Geige und eine junge Pilgerin erfreute uns mit Sologesang in der Messe am 3. Tag). Diese Besonderheit ist den meisten von uns bewusst und wir sind sehr froh, die Wallfahrt so erleben zu können.

Wer sich für eine Wallfahrt anmeldet, weiß um die Länge der Tagesetappen und, dass wir bei jedem Wetter pilgern. Das kann strapaziös werden. Was bewegt den Pilger, was bewegt uns, sich hierauf einzulassen?

Nicht nur das gemeinsame Gehen, Beten, Singen, Meditieren und Schweigen macht die Wallfahrt aus.

Ich erlebe persönlich, dass die Wallfahrt von einem besonderen Geist in dieser Gruppe getragen wird, für mich eine ganz beeindruckende Erfahrung. Ich denke, dass du lieber Brudermeister Karl und Leo als ehemaliger Brudermeister einen großen Anteil daran haben. Eure menschliche Weitherzigkeit, eure Unkompliziertheit, euer Humor, eure immer offenen Ohren für die Anliegen der Pilger und nicht zuletzt eure Integrität machen Vieles möglich. Besonders lebhaft erinnere ich mich an meine 1. Wallfahrt vor ungefähr 10 Jahren. Ich hatte keine Ahnung, wie man diese Tage persönlich plant, war in der Vorbereitung zu viel gelaufen, so dass ich schon mit Blasen meinen Weg begann. Zudem sollten mich viel zu schwere Schuhe bis Trier tragen. Und dann fängt es irgendwann an, dass man nur noch unter Schmerzen einen Fuß vor den anderen setzt. Ich war damals ergriffen, wie schnell die Gruppe es mitbekommt, wenn jemand anfängt zu leiden. Da wird der Rucksack abgenommen, man wird daran erinnert vor schwierigen Steigungen noch einmal zu trinken oder ein Teilstück mit dem Begleitbus zu fahren. "Geh lieber vorne", hört man öfter als Empfehlung, weil man hinten immer langsamer wird. Die sorgenden Ratschläge sind niemals aufdringlich, niemals besserwisserisch, sondern tragen. Aufrichtiges Herzensinteresse, Sorge und sicher auch das Gebet darum, der angeschlagene Pilger möge auch das Ziel erreichen begleiten spürbar den Wallfahrer. Niemals habe ich erlebt, dass Unverständnis aufkommt, wenn ein Pilger in Schwierigkeiten gerät.

Auch habe ich bei dieser Wallfahrt zum ersten Mal erlebt, wie stark das Rosenkranzgebet stützen kann. Der regelmäßige Rhythmus des Gebetes hilft besonders, wenn es schwer wird und lenkt von den Schmerzen ab.

Selten habe ich mich in einer Gruppe so getragen gefühlt. Bei der Verabschiedung in Trier sagte Pater Hubert immer zu uns: "Das eigentliche Pilgern fängt jetzt erst an." Was heißt das? Ich meine, das, was uns bei der Wallfahrt weiter gebracht hat, sollten wir auch in den Alltag hinüber retten. Die gute Erfahrung, dass es immer Menschen gibt, die uns unter die Arme greifen möchten, wenn es schwierig wird, dieser Erfahrung sollten wir  mehr vertrauen.


Text: Susi Hell, 15.05.2014, anlässlich des Besuches von Weihbischof K. Borsch, Fotos: Fotos: Therese Lippok

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