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Sakramente

 

 

Was sind eigentlich „Sakramente“ ?

von Pfarrer Georg Weigel (+ 2010)

Das Wort "Sakrament" klingt für viele heute fremd, ja fast technisch. Wir müssen, denke ich, dieses altertümliche Wort so in unsere Zeit übersetzen, dass deutlich wird, was dieser Begriff meint.

Ursakrament

Der erste Schritt dazu ist, dass wir Jesus Christus als das eigentliche Sakrament Gottes verstehen. Sakrament heißt: Zeichen der heilenden und rettenden Nähe Gottes. Die Theologie spricht von Jesus als dem Ursakrament. Der Begriff "Sakrament" ist kein biblisches Wort. Aber er hat biblische Wurzeln. Der griechische Begriff "mysterion", der das ganze Christusgeschehen – also seine Menschwerdung, sein Leben, seine Verkündigung, sein Sterben, seine Auferstehung und die Geistsendung – beinhaltet, ist in der ältesten lateinischen Bibelübersetzung mit "sacramentum" wiedergegeben. Im profanen römischen Sprachgebrauch war "sacramentum" Ausdruck für den Fahneneid, d.h. für einen feierlichen Ritus, der eine starke Selbstverpflichtung zum Inhalt hatte. Jesus ist insofern das Ursakrament, als Gott sich in ihm selbst verpflichtet hat, den Menschen nahe zu sein.

Wurzelsakrament

Dieser Jesus fand und findet Menschen, die in ihm das Zeichen der Nähe Gottes schlechthin sahen und sehen. In ihnen wirkt er weiter durch seinen Geist. Durch das Zeugnis ihres Lebens und ihrer Worte sollen nun sie mitarbeiten am Reich Gottes. Die Gemeinschaft der Glaubenden – die Kirche – ist da als Zeichen für die Welt. Sie darf sich nicht selbst genug sein. Das Zweite Vatikanische Konzil sieht als wichtigsten Auftrag der Kirche in unserer Zeit, der Vereinigung der Menschen mit Gott und untereinander zu dienen. "Die Kirche ist in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug" (LG 1) für diesen Auftrag. Die Kirche ist z.B. in der Pflege der Kranken und in vielen anderen Bereichen ein Zeichen der heilenden Nähe Gottes, in ihren Missionswerken dient sie der Sammlung der Völker zu einer versöhnten Menschheit. Die Theologie bezeichnet die Kirche deshalb auch als Wurzelsakrament.

Sieben Sakramente

Im Laufe der Kirchengeschichte bildeten sich sieben Zeichenhandlungen als die Sakramente der Kirche heraus. Sie haben alle ihren Ursprung im Wirken Jesu und ihre Wurzel in der Gemeinschaft der Glaubenden, der Kirche. Sie sagen Gottes Nähe an Knotenpunkten des menschlichen Lebens zu. Sie stehen nicht separat nebeneinander.

  • Die Ehe von Christen ist ein Sakrament, weil in ihrer einzigartigen Treuebindung menschliche Liebe zum Zeichen der Liebe Gottes wird.
  • Das Bußsakrament ist das Zeichen der Tauferneuerung und der bleibenden Annahme durch Gott.
  • Die Sakramente der Taufe, der Firmung und der Eucharistie nehmen Menschen in die Gemeinschaft der Kirche hinein; weil sie in die Gemeinschaft der Kirche eingliedern, werden diese drei Sakramente auch „Initiationssakramente“ genannt.
  • In der Krankensalbung führt die Kirche die Praxis Jesu und der Urkirche fort, sich in besonderer Weise den Kranken zuzuwenden.
  • Im dreistufigen Weihesakrament – Diakonen-, Priester- und Bischofsweihe – feiert die Kirche, dass Menschen heute der Dienst und das Amt aufgetragen wird, die Gemeinde Gottes zusammenzuführen

Zeichen der Nähe Gottes

Zum Sakrament gehört ein äußeres Zeichen (bei der Taufe das Übergießen mit dem Wasser, bei der Firmung die Salbung mit Öl, bei der Eucharistie die Gaben Brot und Wein) und ein gesprochenes Wort, eine Art Formel. Sakramente sind aber keine magischen Handlungen, in denen vom korrekten Vollzug die Wirkung erwartet wird. Die Erinnerung an die Begegnung Jesu mit Menschen macht deutlich, dass der Glaube, mit dem die Menschen zu Jesus kamen, ihm den Weg öffnete, ein Zeichen der Nähe Gottes zu setzen. Ein Sakrament setzt voraus, dass Menschen sich auf Gott einlassen. Die Wirkung des Sakramentes erwartet ein glaubender Mensch nicht vom Ritus, sondern von Gott, der sich in diesem Zeichen ausspricht. Das heißt nicht, dass Gott sein Handeln vom Glauben des Menschen abhängig macht. Gott sucht die Menschen auch dort, wo sie sich nicht finden lassen. Er nimmt sie an, auch wo sie sich ihm verweigern. Jedes Sakrament bringt diese bedingungslose Liebe Gottes zum Menschen zum Ausdruck. Im sakramentalen Zeichen verbürgt Gott seine heilende und rettende Nähe. Diese Liebe Gottes kann den Menschen aber nur erreichen, wo dieser sie an sich geschehen lässt. Weil Gott eine Beziehung der Liebe zum Menschen sucht, achtet er dessen Freiheit. Glaube ist die freie Antwort des Menschen auf Gottes Liebeswerben um ihn.


Fotos Sakramente: Colourbox.de - Lotti Fabio; Colourbox - Kzenon; wrondel - Fotolia.com; bph/Funk; GoneWithTheWind - Fotolia.com; Gerhard Seybert - Fotolia.com; bph

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