Lotsenprojekt & BegegnungsCafé MARIA in Stahldorf

Wer schon einmal mit Verstand einen Steuerbescheid gelesen hat, weiß, dass man zwar des Deutschen in Wort und Schrift einigermaßen mächtig sein kann – was aber nicht bedeutet, dass man jeden deutschen Text versteht. Wie mag es da einem Eritreer ergehen, der nur Tigrinya spricht und 27 Wörter Deutsch und der verstehen muss, was ihm die Ausländerbehörde oder das Sozialamt oder welches Amt auch immer schriftlich mitteilen will? Wenn er überhaupt lesen kann.

Viele Menschen sind vor brutaler Gewalt oder vor unvorstellbarer Armut und beruflicher Perspektivlosigkeit in die EU geflüchtet. Viele von ihnen können auf absehbare Zeit nicht in ihre Heimat zurück. Und viele von ihnen wollen es auch nicht. Sie wollen in Europa – und somit bei uns – leben und arbeiten. Wenn ihnen dies staatlicherseits erlaubt wird und sie in Deutschland bleiben dürfen, werden sie Teil unserer Gesellschaft werden müssen. Integration heißt das vielbeschworene Stichwort, denn das Vorhandensein von Parallelwelten in einem Gemeinwesen schadet diesem auf Dauer.  („A house divided against itself cannot stand.” Abraham Lincoln nach dem Markusevangelium, Kapitel 3, Vers 25.)

Wenn diese Integration gelingen soll und Deutschland für die Flüchtlinge so etwas wie eine zweite Heimat werden soll, dann müssen sie zuerst einmal lernen, wie unser Land „funktioniert”, wie wir Deutschen und die schon lange in Deutschland Lebenden „ticken”. Das ist bei dieser großen Vielfalt in diesem Land schon einmal nicht einfach.

Hier setzt das Lotsenprojekt an, welches der skf (Sozialdienst katholischer Frauen) auch im Krefelder Süden in Zusammenarbeit mit der katholischen Pfarrgemeinde Maria Frieden installieren will: Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer finden, diese auszubilden und zu begleiten, damit sie ihrerseits Flüchtlinge bei ihren ersten Schritten aus den Flüchtlingsunterkünften in das „normale Leben” in Deutschland begleiten. Also Menschen, die die Flüchtlinge durch das Dickicht deutscher Behörden, um die Klippen des niederrheinischen Alltags herum und durch die Untiefen vielfältiger Fettnäpfchen in unserem Land lotsen.

Der Ort, wo Lotsen und Flüchtlinge einander begegnen und kennenlernen können, wird das BegegnungsCafé MARIA sein, welches die Pfarre Maria Frieden seit dem 27. September 2016 im Bonifatiushaus in Stahldorf (Vulkanstraße 257) betreibt. Immer dienstags von 15:00 bis 17:00 Uhr werden die Räume im Bonifatiushaus zur Begegnungsstätte für alle möglichen Menschen: alteingesessene und neu hinzugezogene Krefelderinnen und Krefelder, mit und ohne Migrationshintergrund, Flüchtlinge, usw.

Damit dieses Projekt funktioniert, brauchen wir zuerst einmal Männer und Frauen, die regelmäßig (es muss nicht jede Woche sein)  die Räume im Bonifatiushaus in ein funktionstüchtiges Café verwandeln (Kaffee aufschütten, Plätzchen und Kuchen besorgen und verteilen, usw.), und die die Flüchtlinge willkommen heißen und mit ihnen in Kontakt treten. Haben Sie keine Sorge, wenn Sie kein Arabisch oder Tigrinya sprechen, die Kommunikation klappt auch so ... irgendwie.

Schön wäre es, wenn es Menschen im Krefelder Süden gibt, die einfach mal ins BegegnungsCafé MARIA kommen um den Flüchtlingen dort zu begegnen und mit Ihnen ins Gespräch kommen.

Dann brauchen wir Männer und Frauen, die sich vorstellen können, eine Familie oder ein Paar oder auch Einzelpersonen eine Zeit lang auf ihrem Weg in die deutsche Gesellschaft zu begleiten und zu beraten. Dazu werden sie, wie oben schon erwähnt, von Fachleuten des Sozialdienstes katholischer Frauen ausgebildet und begleitet.

Haben Sie Fragen? Sie können sich gerne an mich wenden: Michael Gerards, Telefon 02151.933635 oder per eMail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Ich freue mich auf Sie!


Text: Michael Gerards, Diakon

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